Die Menhire von Biru e’ Concas

Die Menhire von Biru e’ Concas  sind auf einer circa 5 Hektar großen Hügellandschaft in der Nähe von Sorgono aufgereiht. Auf diesem Gelände befinden sich ungefähr 200 Menhire in verschiedenen Anordnungen und Größen  sowie zwei Nuraghen. Also genügend anzuschauen an einem sehr heißen Maitag.Als wir am späten Nachmittag an diesem nicht ausgeschilderten Ort waren, gleich an der SS 388 nahe dem Santuario di San Mauro, war der Eingang verschlossen, kein Mensch weit und breit und wir mussten die abgrenzende Steinmauer mittels einer Holzleiter übersteigen, die neben dem Eingang angebracht war. Also alles völlig normal für eine  bedeutende archäologische Stätte in Sardinien.

Auf dem Gelände stand  meterhoch das Gras und es war nur ein schmaler Weg zu den Menhiren mit einem Balkenmäher gemäht, weil am vergangenen Vormittag eine Führung zu Ehren des San-Mauro- Festes abgehalten worden war. Wir laufen in der ungewohnten Hitze den gemähten Weg , unterbrochen von Schlammpfützen halblinks den Hügel hinauf, kein Lüftchen kühlte.

Als erstes  kamen wir  an einem kleinen Brunnen vorbei, laufen weiter an dem kleinen Wäldchen über ein paar Stufen hoch und stehen völlig unvorbereitet vor den ersten Menhiren.

Vor uns reihen sich  in einer exakten Linie  20 Menhire in verschiedenen Größen auf , es soll die größte und eindrucksvollste Aufstellung dieser Menhire auf ganz Sardinien sein. Nur in Goni findet man noch eine ähnlich große Ansammlung.

Es ist schon immer wieder beeindruckend, wenn man solche Orte besucht. Die menschlichen Spuren von Biru e’ Concas gehen bis auf die Jungsteinzeit zwischen 2700 bis 3300 Jahre vor Christus zurück.

Auf dem Gelände gibt es auch schöne Schautafeln mit Erklärungen zu den Menhiren und  der umgebenden Pflanzenwelt.

Wir gehen einen schmaleren Weg weiter zu einer Nuraghe, die wir auf dieser Schautafel gesehen haben und die sich weiter oben im Gelände auf dem Hügel befinden soll. Ich verspreche mir von dort oben einen guten Überblick über das gesamte Gelände. Ein Irrtum, wie sich noch herausstellen sollte.

Auf dem halben Weg zur Nuraghe sehe ich durch das Gebüsch einen interessanten Felsen, dazu musste ich jedoch durch das hohe Gras mit Dornbüschen, und das mit der kurzen Hose. Aber was tut man nicht alles.

Da dieser Fels offensichtlich noch keinen Namen hat, ist er jetzt bei uns der Orso von Biru e’ Concas.

Weiter geht es zur Nuraghe, der Weg wird zum steinigen Pfad, nichts mehr gemäht über Stock und vor allem Stein, über einen Zaun und dann nur ein schemenhafter überwachsener Steinhaufen mit Baum. Beim näheren Hinsehen sahen wir, dass wir nun schon vor den Resten der Nuraghe standen.

Diese Nuraghe stammt aus der Bronzezeit um 2700 bis 1700 vor Christus.

Oben an der Nuraghe angekommen hatte meine Frau wieder eine hervorragende Idee und sagte:  “ Ich suche jetzt einen anderen Rückweg ins Tal“ , und verschwand im hohen Gras. Ich dachte mir, so schlecht war der Weg doch nicht und wartete mal ab was passiert. Nach fünf Minuten rief mein weiblicher Pathfinder unsichtbar aus dem Irgendwo:  „Kannst kommen, ist nur hohes Gras und ein paar Dornensträucher, aber dann wird der Weg besser.“ . Ich schau an mir runter und seh noch immer meine kurze Hose, denke an Dornenbüsche, allerlei Getier und entscheide dann unmissverständlich : “ Des kosch vergessa. “ Nach weiteren fünf Minuten steht mein Pathfinder mit hochrotem Kopf vor mir, klaubt Dornen und Gestrüpp von der Hose und aus den Haaren, sagt kein Wort mehr  und wir gehen den normalen Weg zurück, schnurstracks zum Brunnen , wo es erst einmal eine notwendige Abkühlung gab zumindest für sie.

 

Garmin GPS Daten vom Eingang: N40° 00.617′ E9° 02.031′

 

 

 

 

Die Menhire von Pranu Muteddu bei Goni

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