Porto Flavia, der etwas andere Hafen bei Masua

Um an den Eingang des Porto Flavia zu kommen, fährt man nach Masua an den großen Parkplatz für den Strand. Hier kann man  schon das Auto stehen lassen und zum Eingang des Porto Flavia laufen. Man kann aber am Parkplatz rechts eine Staubstraße hinauffahren und kommt dann an den  etwas klein ausgelegten Parkplatz des Porto Flavia selbst.

Von hier läuft man dann noch circa 5 Minuten zum Kassenhäuschen, um dort den Obolus für die Führung zu bezahlen. Vor der Führung wird noch ein Haarnetz und ein Helm ausgegeben, denn zur Führung muss dieser getragen werden.

Gleich nach der Helmausgabe geht es mit einer italienischen Führung los, wir gehen gleich mit. Zunächst kommen wir vor dem Eingang an einem elektrischen Bergbauzug vorbei, der zur damaligen Zeit für den Transport des Erzes genommen wurde.

Jetzt wird das Hauptportal des Eingangs geöffnet und wir betreten einen Stollen. Der Stollen wurde im Jahre 1923/24 von dem Venezianer Cesare Vecelli im Namen eines belgischen Bergbaukonsorzium erbaut und hat eine Gesamtlänge von circa 600 Meter . Im Eingangsbereich ist der Stollen noch mit Holz verbaut, da ist das Gestein anscheinend noch ein wenig brüchig, später ist der Fels vom Gefüge so fest, dass auf die Verbauung verzichtet werden konnte.

In Nischen des Stollens werden immer wieder Arbeitsgeräte, Werkzeuge und Loren gezeigt. Hier seht ihr Bohrhämmer aus verschiedenen  Zeiten.

Weiter geht es zu einem kleinen Untertagebahnhof, an dem die Geschichte, Bedeutung und die Funktionsweise des Stollens erklärt wird . Der  Stollen wurde nämlich nur angelegt, um das Erz aus dem Hinterland verschiffen zu können. Erz abgebaut wurde hier nicht.

Ein Bild von Cesare Vecelli und seiner Tochter Flavia, nach der er den Stollen benannt hat.

An der Stelle beginnt auch der Stollen zweistöckig zu werden, oben geht es über eine Weiche in Richtung von riesigen Silos, hier wurden die Loren mit den im Hinterland abgebauten Erzen wie Blei und Zink in die circa 20 Meter hohen Silos entleert.

Diese Silos hatten einen Durchmesser zwischen 4 und 8 Metern und  ein Fassungsvermögen von bis zu 10000 Tonnen. Unten an den neun Silos war ein zentrales Förderband angebracht, so dass die Erze am Ende des Förderbandes mittels eines beweglichen Armes jetzt direkt auf die  Dampfschiffe verladen  werden konnten.

Vor dieser Zeit wurden in Masua Ochsengespanne verwendet , um das Erz an den Strand zu bringen. Kleine Segelschiffe wurden einzeln mit Körben von Hand beladen und diese fuhren dann nach Carloforte , wo das Erz auf Dampfschiffe umgeladen  und nach Frankreich, Deutschland oder Belgien verschifft wurde.

Jetzt kommen wir an den eigentlichen Punkt des Hafens , es ist der Wendepunkt, wo die leeren Züge wieder zurück zur Beladestelle fahren. Wir betrachten die Gebäude des Hafens, die zum Teil auch in den Fels gehauen wurden und mich erinnert das immer  an die Zwergenfestung bei Herr der Ringe. Wir genießen auch noch den schönen Ausblick auf den Pan di Zucchero.

Auch wir treten jetzt wieder den Rückweg an, es geht an einem kleinen Querstollen vorbei, in dem  noch der Sprengstoffschrank aus damaliger Zeit zu sehen ist.

Nachdem wir an Masua schon öfter vorbei fuhren, ist es uns endlich einmal gelungen, dieses Bauwerk der Ingenieurskunst zu betrachten. Es war sehr kurzweilig und interessant.

Garmin GPS Daten vom kleinen Parkplatz: N39° 20.208′ E8° 24.984′

 

Bei diesem Link sieht man den Porto Flavia von der Meerseite

Rund um den Pan di Zucchero mit dem Gommone

Hier ein Link für die nächste Besichtigungsmöglichkeit einer nahegelegenen Mine in Buggerru

Buggerru und Galleria Henry

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