Die Quelle von Su Gologone mit einer hohen Ausschüttung

 

Als wir in diesem Jahr im Oktober die Quelle von Su Gologone besucht haben, waren wir sehr erstaunt über den hohen Pegel des Flusses Cedrino, was aber auch nach dem regenreichen Jahr, speziell auch der Regenmenge der Vorwoche , kein Wunder war. Wir mussten den langen Weg über Oliena nehmen, da die Brücke über den Cedrino von Dorgali nach Oliena auf der SP46 nach dem letzten Hochwasser noch immer nicht mit dem PKW befahren werden kann. Vielleicht ist es im nächsten Jahr wieder möglich.

Als wir Nachmittags an dem Parkplatz von Su Gologone ankamen, standen nur noch wenige Autos dort. Schnell am Kartenhäuschen den Eintritt bezahlt. Ein Blatt mit den Fakten der Quelle auf Deutsch in die Hand bekommen und schon gingen wir in Richtung  Quelle. Das Rauschen des Wassers war schon deutlich hörbar im Gegensatz zu den letzten Besuchen dort.

Vorbei am kleinen Park mit Eukalyptusbäumen und Pappeln, rechts hinauf in Richtung der kleinen Kirche, führt eine Treppe zu einer der Quellen von Su Gologone hinunter. An diesem Punkt sah ich, dass diesmal viel mehr Wasser aus den Quellen kam, um dann in den Cedrino zu fließen.

Ich ging noch den Bachweg ums Eck weiter, musste dann aber umdrehen, da das Wasser schon auf dem Weg entgegenkam. Normalerweise kann man diesen Weg weiter zur Quelle gehen.

Wir gingen das kurze Stück zurück, an der Kirche entlang um dann hinter der Kirche an den Aussichtspunkt zu gelangen.

Jetzt sehen wir die Su Gologone von oben und es ist beeindruckend. Das Wasser kommt nicht an dem Felsspalt hervor, wie wir beim ersten Mal noch gedacht hatten. Jetzt bei dieser hohen Schüttung sieht man erst, dass das Wasser direkt von unten hochdrückt.

Beim letzten Mal konnten wir noch in diesem Bachbett zur Quelle gehen, dieses Mal war es absolut unmöglich und lebensgefährlich.

Zurück am Eingang hat meine Frau nachgefragt,wie stark denn die Schüttung derzeit wäre, laut  Aussage der Mitarbeiter war es der zehnfache Wert als normal oder anders gesagt etwa 5000l/s. Su Gologone ist ein Quelltopf, der seinen Einzug aus dem gesamten Supramonte umfasst. Su Gologone ist eine typische Karsterscheinung, das bedeutet, dass Wasser durch das Kalkgestein durchdringt und unterirdisch ein riesiges Höhlen- und Flüssesystem bildet. Und zwar genau so lange, bis es auf eine wasserundurchlässige Schicht, in diesem Fall Granit, trifft. Bis heute hat man den Sammelpunkt, also dort , wo das Wasser auf die undurchlässige Schicht trifft, nicht erkundet, obwohl Höhlenforscher schon sehr weit vorgedrungen sind.

Man geht davon aus, dass die Sammelstelle mehr als  130m tief liegt und von dort das Wasser mit gewaltigem Druck nach oben befördert wird. Im Jahre 2012 drang man bis auf 131m vor. In einem früheren Versuch hat man auf dem Supramonte von Urzulei, genau bei der Grotte S`Edera Farbstoff eingefüllt. Dieser kam nach etwa einem Monat bei Su Gologone wieder zutage. Somit konnte man die schiere Größe des Einzugsgebiet in etwa festlegen. Es umfasst ca. 160 Quadratkilometer.

Bei normalem Wasserstand kann man einen tiefen Blick in das smaragdgrüne Wasser der Quelle werfen, sich geradezu darin verlieren.Man sieht deutlich die Pflanzen unter Wasser, fast märchenhaft erscheint die grundlose Quelle. Manch einer fühlt sich gemüßigt ein Geldstück hineinzuwerfen. Ich finde das nicht gut und Wünsche werden dadurch sicherlich auch nicht erfüllt.

Garmin GPS Daten vom Parkplatz :N40° 17.339′ E9° 29.664′

Die Quelle von Su Gologone

Eine Antwort auf „Die Quelle von Su Gologone mit einer hohen Ausschüttung“

  1. wow, wieviel Wasser!! Wir haben Ende Juni mit den Kanus den Ausflug gemacht. Absolut lohnenswert. Es ist landschaftlich wunderschön!! Auch im Juni war es für die Jahreszeit vergleichsweise viel Wasser. Danke für den schönen Bericht und die ausdrucksvollen Bilder!!

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