Aglientu mit eigenem Hausberg

Als wir jetzt in Aglientu in einem Stazzu Urlaub machten , haben wir immer auf einen kleinen Hügel mit Richtfunkantennen und einem Gipfelkreuz geblickt. Eines Morgens, als der Bäcker noch keine Panini fertig hatte , der Cappuccino an der Bar am Dorfplatz schon getrunken war, fuhr ich im Dorf an den höchsten Punkt um dann die weitere Straße zu diesem Gipfelkreuz zu finden .

Eine kleine Straße führt an die Sendeanlage des Hausberges von Aglientu. Ich muss aber gleich anmerken, dass meine Bezeichnung Berg übertrieben ist. Gleich an der Sendestation das Auto abgestellt, von dort geht es über einen kleinen Pfad in ein paar Minuten an den Punkt, wo das Gipfelkreuz auf ca. 500m in einem Granitstein eingesetzt wurde.

Von dort oben blickt man natürlich als erstes auf das Dorf Aglientu, das über 2200 Einwohner hat.  Aglientu ist ein kleines, beschauliches Dorf ohne jedweden Schnickschnack.  Es gibt  aber alles, was zum dörflichen Leben gehört: einen zentralen Platz mit Kirche , Kaffeebars, in denen die alten männlichen Dorfbewohner von morgens bis abends sitzen und genau beobachten, was sich um den Platz herum abspielt. Ihren alten, dunklen Augen entgeht nicht die geringste Kleinigkeit und schon garnicht, ob sich „Fremde“  im Dorf eingeschlichen haben.

Entlang den unspektakulären Häusern sitzen abends die Frauen vor der Türe und halten Schwätzchen mit den Nachbarinnen. Eine Carabinieristation sorgt im Bedarfsfall für Sicherheit. Zwei Minialimentari konkurrieren um die einheimischen Kunden, wobei die eine Inhaberin schon einen recht strengen Ton an sich hat. Dienstags gruppiert sich um den Dorfplatz ein Wochenmarkt.

Weiter sieht man vom Berg oben  die gesamte nördliche Region von Sardinien, die Gallura,  im Nordosten  dann die kleinen Inselgruppen um Santa Theresa und La Maddalena sowie den Süden von Korsika. Im westen erstreckt sich das Panorama  bis zur Inselgruppe um Asinara.

Auch der Blick ins Hinterland hat seinen Charme. Hier sieht man die Granitfelsen, die für diese Region, die Gallura, tonangebend sind . Granitsteinbrüche findet man hier an vielen Stellen und diese werden  betrieben. Leider war es jetzt Mitte Juni schon eine Weile überdurchschnittlich warm und  ohne namhafte Niederschläge seit vielen Wochen, sodass  das gesamte Land jetzt schon extrem ausgetrocknet ist.

Tipp: Wer in dieser Region ist und nach Aglientu nur ein paar Kilometer hat, kann vom Hausberg einen wunderschönen Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang  beobachten. Die Panoramastraße von Aglientu nach Vignola Mare sollte man auch fahren. Auch in der Pasteria im Dorf sollte man vorbeischauen, hier gibt es sardische Dolci aber auch selbstgemachte Ravioli, die oft abends bei uns auf den Tisch kamen.

So hatte man ein wunderbares Abendessen gänzlich ohne  eigene Arbeit und konnte  den Sonnenuntergang auf der Terrasse  genießen.

 

 

Garmin GPS Daten vom Parkplatz am Sendemast : N41° 04.679′ E9° 06.542′

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