Giara di Siddi- die kleine Giara-Schwester

Wir machen uns auf zu der Giara di Siddi, ein Tafelberg aus vulkanischer Zeit, der seinen Namen der Ortschaft Siddi verdankt und eine einzigartige  technische Besonderheit aufweist, die aber nicht in Betrieb ist .

Die Landschaft ist Ende September braun und gelb, dazwischen ganz wenige Inseln Grün, dort wo bewässert wird. Fast fühlt man sich wie in einer anderen Welt im Medio Campidano.

Zunächst sind wir einmal rund um Siddi gefahren dank der etwas spärlichen Beschilderung, bis wir eine Auffahrt gefunden haben, ein schmales Teersträßchen, das uns zum Eingang des Parco Sa Fogaia brachte, der geschlossen war. Kühn sind wir das Sträßchen weiter hochgefahren, bis wir auf der Hochebene angekommen waren, direkt bei der Nuraghe Sa Fogaia, die mit weiteren  13 Nuraghen einen Nuraghenring rund um den Tafelberg bildet. Montags geschlossen, gut, dann sind wir halt so durch das Törchen reingegangen, war ja wieder weit und breit sonst niemand unterwegs.

Wir haben die Nuraghe ausgiebig erforscht und auch die Aussicht nach Siddi, Ussaramanna, Turri und Tuili genossen. In der Ferne sah man dann den großen Bruder, der weithin unter dem Namen Giara di Gesturi bekannt ist.

Das Sträßchen war gut, nirgends ein Verbotsschild, also sind wir weitergefahren bis wir auf die SP 44 trafen, die von Siddi nach Gonnostramatza führt und die Giara in zwei Teile gliedert. Übrigens ist von dieser SP aus die Anfahrt wesentlich einfacher. Jetzt waren wir im nördlichen Teil und sind immer entlang der Abbruchkante der Giara gefahren, haben den ein oder anderen Abstecher zu Fuß  zu einer der restlichen Nuraghen gemacht, die teils besser, teils schlechter erhalten sind, dafür aber schöne Weitblicke ins Campidano erlauben.

Dann landeten wir bei der nächsten archäologischen Stätte , dem Gigantengrab Sa Domu `e s ´Orcu, ein mächtiges Steingrab, das sich auch besteigen lässt.

Die Runde zurück , die SP 44 wieder überquert und dann nach rechts weiter zu besagter technischer Besonderheit, ein Sessellift, dem einzigen auf ganz Sardinien.

Aber ,  wie so oft auf Sardinien , er fährt nicht  und ich glaube, er wird auch nicht mehr fahren. Die Sesselchen hängen  zum Angucken am Seil. Vielleicht bietet er in den Sommermonaten eine leichte Aufstiegshilfe oder er hängt halt zur Zierde rum, niemand weiß es so richtig und brauchen tut man ihn bestimmt nicht, irgendwie kurios.

In der Nähe der Talstation befindet sich allerdings ein sehenswertes Museum, das Museo del Territorio Sa Corona Arrubia.

Wir schließen unsere Runde und sind wieder bei der Nuraghe Fogaia angelangt. Die Giara zeichnet sich durch zahlreiche Pflanzen aus, die aber zu unserer Zeit eher wie dürres Gestrüpp daherkamen. Bestimmt ist es im Frühling da oben wunderschön, aber auch wir haben den ein oder anderen farbigen Pflanzenklecks noch zu sehen bekommen.

Man kann da oben auf den Wegen wunderbar Fahrrad fahren oder auch zu Fuß die Hochebene umrunden. Ich muss gestehen, dass wir komplett mit dem Auto unterwegs waren und ich nicht wirklich weiß, ob man das denn tatsächlich darf.

 

Die grosse Schwester

Giara di Gesturi

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