Serbissi – Nuraghe am Ende des Tales

Das Wetter war perfekt an diesem Tag Ende März. Blauer Himmel, noch nicht zu warm und auch das hochbeinige Mietauto war Grund genug die Nuraghe Serbissi zu erkunden, wenn auch der Anreiseweg von Nurallao aus weit war. Die Anfahrt durch die Barbagia war schon schön und bald erreichten wir Osini, wo man in der Ortsmitte hoch zur ausgeschilderten Scala San Giorgio abbiegt.

Nach einigen Serpentinen erreicht man diese Scala, was nichts anderes ist, als eine tief eingeschnittene Felspassage, die schmal von hochaufragenden Felsen begrenzt ist. Kurz vor dieser Passage befindet sich linkerhand ein kleines Infohäuschen.

Gleich nachdem man aus der Scala heraus ist, öffnet sich der Blick weit auf das Hochplateau der Taccu di Osini. Man muss nun im Prinzip immer geradeaus auf dem schmalen, asphaltierten Weg weiterfahren. Hin und wieder weist einem ein mehr oder weniger verwittertes Holzschild den Weg zur Nuraghe Serbissi. Man erreicht nach etwa drei Kilometern einen etwas größeren Platz, wo man sein Auto abstellen kann, denn von hier aus geht es auf einer Schotterstrecke weiter, die nicht gerade für tiefergelegte Fahrzeuge geeignet sein kann.

Wir sind weitergefahren, einige eng ausgelegte Serpentinen ins Tal hinunter, geradeaus weiter und dann war endgültig Schluss. Auto abgestellt und noch einen kurzen, dafür steilen Aufstieg und schon standen wir vor einem Kassen- und Infohäuschen. Trotz angeschlagener Öffnungszeiten auch über den Winter, war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Das Holztörchen stand offen, also sind wir hineingegangen und gleich vor dem Hauptturm der Nuraghe gestanden.

Bevor wir die Besichtigung angingen, haben wir erst einmal die wunderbare Aussicht von diesem Bergrücken aus genossen, die weit in die Ogliastra und Barbagia hineingeht.

Hell leuchtet die Nuraghe, die aus hellem Kalkstein erbaut wurde und aus einem Hauptturm und drei Ecktürmen besteht, die durch eine Ringmauer verbunden sind.

Der Zentralturm erhebt sich etwa 6 Meter hoch und man kann ihn besteigen. Man geht durch einen trapezförmigen Eingang, dann über 28 Stufen zum oberen Raum.

Von dort oben hat man einen umfangreichen Überblick über die gesamte Nuraghensiedlung, die neben ihren Türmen noch die Reste von acht Hütten ringsum aufweist.

Mir hat die einsame Lage der Nuraghe besonders gefallen, die Ruhe und Abgeschiedenheit und wieder war ich erstaunt über die Baukunst der Nuragher. Wie haben sie damals mit den ihren zur Verfügung stehenden Werkzeugen in diesen einsamen, unwegsamen Landschaften  ihre Lebensorte erschaffen.

Die Hochfläche Taccu di Osini bietet außer der Nuraghe Serbissi noch viele andere Wandermöglichkeiten und weitere Nuraghenreste. Ohne Auto lassen sich die Wege auch gut mit dem Fahrrad befahren.

Unterhalb der Nuraghe befindet sich noch eine Grotte, die zur Bronzezeit ebenso bewohnt war und wohl auch als „Kühlschrank“ benutzt wurde. Ein Hinweisschild zeigt den kurzen Weg dorthin. Man kann die Nuraghe Serbissi auch von Gairo Taquisara aus erreichen auf einem Wanderweg, der direkt vom Ort aus losgeht.

Garmin GPS Daten von unserer Parkmöglichkeit: N39° 50.625′ E9° 27.717′

Nuraghen

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