Monte Albo – Wanderung zur Punta Mutucrone

Den Monte Albo als Bergspitze schlechthin gibt es nicht, vielmehr ist mit Monte Albo die gesamte  Bergkette gemeint, die sich über etwa 25 km beginnend bei Siniscola und endend bei Lula zwischen Meer und Land erstreckt. Schon von weither sieht man den Bergstock mit seinem hellen, im Sonnenlicht fast weiß erscheinenden Bergrücken. Fast könnte man meinen, dass Schnee oben liegt, ist aber fast nie der Fall, allenthalben mal in den Wintermonaten. Von dieser hellen Oberfläche hat der Monte Albo daher auch seinen Namen.

Schon viele Male sind wir am Monte Albo im Tal  auf der Schnellstraße SS 131 zwischen Siniscola und der Ausfahrt Bitti entlanggefahren um zu unseren Zielen im Westen der Insel zu kommen.

 

Ebenso sind wir auch schon oft auf der anderen Bergseite oben entlanggefahren, eine ausnehmend schöne Panoramastraße zwischen dem Miniörtchen Cantoniera Sant `Anna und Lula . Nun aber stand ein Ausflug  an verbunden mit einer Wanderung zu einem der höchsten Gipfel,  der Punta Mutucrone ( 1050m ), damit wir beide Aussichten , Meer und Landesinnere, gleichzeitig genießen können.

Zunächst aber stand die Anfahrt aus, die für sich schon einen Ausflug wert ist. Von Siniscola aus nimmt man die SP 3 und schraubt sich über viele Kehren hoch bis nach Sant `Anna. Schon von dort hat man wunderschöne Ausblicke zum Meer hin bis vor zur Tavolara bei San Teodoro. Oben angekommen öffnet sich dann das Panorama Richtung Westen ins Landesinnere der Baronia bis runter zu den hohen Bergen des Supramonte.

Oben an der Passhöhe biegt man dann ein in die Straße Richtung Lula und fährt ganz entspannt an der Westseite des Monte Albo entlang, immer auf der linken Seite die schroffen Bergspitzen im Blick. Nach etwa neun Kilometern befindet sich rechts die Locanda Ammentos, an der man sehr gut parken und sich auch an einer großen Holztafel über das Wandergebiet nochmals orientieren kann. Außerdem weiß man schon, wo man nach der Wanderung seine müden Füße entspannt unter den Tisch stellen kann.

Jetzt schnell die Wanderschuhe an und los geht  es. Zunächst die Straße überqueren und auf einem ausgeschilderten breiten geschotterten Weg bergauf, vorbei an einer Station der Fortswacht zur Feuerüberwachung. Nach kurzer Zeit und einigen Höhenmetern kommt man an eine Weggabelung. Hier steht ein Wegweiser, der links den Weg zur Punta di Mutucrone weist in etwa 45 Minuten. Dies ist der kürzeste und direkteste Weg hoch, aber wir haben lieber den anderen Weg gewählt, weil er um den Berg herumführt und die Punta von der Meerseite aus erreichen lässt. Allerdings braucht man dazu etwa die doppelte Zeit, dafür soll der Weg aber gemütlicher sein, was zunächst auch stimmt.

Gemächlich ansteigend geht es weiter, vorbei an Erdbeerbäumen und vielen anderen typisch mediterranen Sträuchern und Hecken , dabei muss man dann auch über eine Eisenleiter klettern. Anschließend steigt der Weg in einem Waldstück an und man erreicht einen Bergsattel, wo sich auch einige Picknickbänke befinden.

Da hinten müssen wir nun noch rauf, aber zuerst machen wir eine erste Pause, trinken  und genießen das Panorama, das sich über Lula und Bitti, Onani und Ala dei Sardi weit in die Bergwelt erstreckt.

Im Rücken haben wir noch den Berg . Aber nach wenigen weiteren Schritten eröffnet sich nun auch der Blick Richtung Meer.

Jetzt müssen wir wieder rechts weiter, also eine scharfe Kurve Richtung S`Ena e M. Jana. Der Weg ist steinig und führt immer höher, es geht über Stock und Stein unter Baumstämmen hindurch über uns ein gewaltiger Steinblock. Und schon ist es passiert, wir haben uns verstiegen und nichts geht mehr.

Wir orientieren uns und sehen glücklicherweise einige Höhenmeter unter uns den Weg, der dankenswerterweise mit Steinmännchen markiert wurde. Also vorsichtig wieder hinunter und dem Weg mit suchendem Auge nach den Steinmännchen folgen. Man muss hier jetzt schon sehr aufpassen und darf sich keinen Fehltritt leisten, sonst geht es unerbittlich runter. Im Tal unten sieht man die Schnellstraße winzig klein.

Nach etwa einer halben Stunde windet sich der Weg in Kehren hoch und auf einmal stehen wir oben. Vor uns eröffnet sich eine weite Hochfläche, die jetzt im September ausgetrocknet ist, aber im Frühling mit blühendem Asfodil überrascht. Ein bisschen erinnert mich die Landschaft an eine Miniausgabe der Hochfläche am Corrasi bei Oliena. Eigentlich logisch, denn auch hier handelt es sich um ein Kalksteinmassiv. Kleine Wasserflächen sind noch von den vorangegangenen regenfällen übrig und der Weg durch die Ebene ist etwas matschig.

Aber zuerst geht es noch hoch zum Gipfel. Der Wind bläst extrem und trotz meiner nicht gerade filigranen Figur weht es mich  dennoch fast um. Im Prinzip weglos geht es zum Gipfel, die Aussicht ist genial vom Landesinneren

bis zum Meer, ein weiter Horizont spannt sich auf.

Aufgrund des Windes kehren wir aber schnell um , durchqueren die Hochfläche und wollen den anderen, kürzeren Weg  absteigen.

Vorne an der Abbruchkante der Hochfläche angekommen und einen Blick bergab geworfen beschließen wir sehr schnell, dass wir den Weg diesen Bergsturz hinunter nicht gehen wollen. Also wieder zurück auf demselben Weg, wie wir hergekommen sind, heißt allerdings auch wieder doppelte Zeit.

So geht es dann wieder zurück und bergab. Nach insgesamt fast vier Stunden, Pausen und Aussichten miteingerechnet, erreichen wir wieder die Locanda, wo ich mich gleich auf einen Stuhl fallen lasse und sehnsüchtig auf meinen bestellten Cappuccino warte.

Es war eine tolle Wanderung, das Wetter spielte uneingeschränkt mit, vom Wind mal abgesehen. Ein Wort zum Schluss. Zieht bitte Wanderschuhe mit gutem Profil an, orientiert euch vorher über die Route und geht keinesfalls bei Wetter, das nicht wirklich gut ist dort hoch. Hier kann ganz schnell, innerhalb von Minuten Nebel aufziehen und dann seht ihr nichts mehr.

Insgesamt gibt es noch viele andere Wandermöglichkeiten dort oben, auch Wege, die den ganzen Monte Albo entlanggehen. Diese sind aber dann doch schon etwas anspruchsvoller und vor allem über mehrere Stunden hinweg.

Noch ein Hinweis auf eine Organisation, die Bergführungen und andere Ausflüge anbietet in diesem Bereich: http://www.montalboescursioni.it

 

 

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