Costa del Sud

Schon der Name dieses Küstenabschnittes birgt Verheißung nach Sonne, weißem Sand, blauem Meer in sich. Man findet die Costa del Sud , wie der Name schon sagt, im Süden Sardiniens und zwar genau zwischen Santa Margherita di Pula und Porto Teulada entlang der Küste. Wir sind hier also am südwestlichsten Zipfel der Insel.

Zunächst kommt man noch auf der SS 195 von Pula her kilometerlang an Pinien- und Eukalyptuswäldern vorbei. Eine Ferienresidenz nach der anderen reiht sich entlang der schnurgeraden Straße. Dazwischen befinden sich noch exklusive Hotels wie das Forte Village, wo einstens Jogi Löw die Nationalmannschaft auf die WM vorbereitet hat. Hat man nicht gerade im Lotto gewonnen und residiert dort,  sieht man zu, dass man diesen Abschnitt schnell hinter sich bringt, zumal man auch keinen Blick aufs Meer hat. Vorsicht aber mit schnell, denn hier ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h fast durchgängig. Im Sommer braucht man sich darüber allerdings keine Gedanken machen, denn zumindest an den Wochenenden ist diese Nadelöhrstraße sowieso immer verstopft.Der nicht immer leicht zugängliche Strand ist für meinen Geschmack jetzt auch nicht ein Highlight und zudem auch richtig schmal.

Aber dann kommt es ja viel besser. Man zweigt links ab auf die SP71 und landet nach wenigen Kilometern zunächst in Chia. Gleich fällt einem der Torre di Chia auf und man fährt vor um diesen zu besteigen. Von dort hat man eine phantastische Aussicht auf die geschwungenen Strände rings umher, ebenso wie auf die Stagni , in denen man , wenn man Glück hat, Flamingos auf einem Bein stehend sieht. Gut, landeinwärts ziehen sich auch ein paar Hotelanlagen den Berg hinauf, ebenso Ferienhäuschen. Aber da wollen wir jetzt mal nicht so streng sein, zumal sie sehr gut in die Landschaft integriert sind.

Weiter geht es zum nächsten Strandabschnitt vor, zur Spiaggia Giudeu. Und wieder steht man in einer prächtigen Dünenlandschaft und blickt vor auf das smaragdblaue Wasser. Ja, ich spare mir an dieser Stelle den Vergleich mit der Karibik, aber so ein paar Illusionen darf man sich schon leisten.

An dieser Stelle sei gesagt, dass es strengstens verboten ist mit Fahrzeugen oder ähnlichem Gerät auf den Dünen herumzufahren.Am Ende der Fahrstraße befindet sich rechterhand ein großer Parkplatz.Da stellt man sein Auto ab und wandert einen kurzen Weg über Dünen zur Cala Cipolla , verweilt dort etwas

und geht weiter zum Capo Spartivento. Der alte Leuchtturm wurde zu einem Luxushotel umgebaut, wofür es wieder den besagten Lottogewinn braucht. Man kann es sich ja von außen ansehen, wenn die Neugier zu sehr plagt.

Nach ausgiebigem Bad  oder sportlichem Auspowern mit dem Surfbrett geht es zurück zur Straße und man fährt weiter westwärts die Panoramastraße entlang, einmal hoch hinauf und dann wieder ganz runter bis auf Strandhöhe. Eine wunderschöne Bucht reiht sich an die andere, den Hang hinauf zieht sich eine, je nach Jahreszeit, blühende Macchia in allen Farben und Gerüchen. Fast keine Bebauung verunziert diesen Küstenabschnitt. Das ist auch Bauern zu verdanken, die sich standhaft gegen Angebote großer Hotelkonzerne gewehrt haben und einfach ihr Land behalten wollen. Gut, dass Sarden sehr stur sein können.

Einige Kilometer später zeigt sich einem ein weißer Sandzipfel von Ferne.Man erreicht den Strand Tuerredda. Ein heißbegehrter Badestrand mit Bars und sonstigen Einrichtungen, die der Strandurlauber begehrt.

Für uns ist dieser überlaufene Strand nichts, aber ohne Leute im Herbst oder Frühjahr ein schönes Plätzchen. Wir machen nicht halt und fahren weiter zum Capo Malfatano. Diese Landzunge erstreckt sich weit Richtung Meer vor und wird auch gerne als Landeplatz von Wohnmobilisten genutzt, die für ihre teuren Mobilheime keinen Campingplatz finden und gerne an vorderster Front Stellung beziehen. Irgendwie ist es uns noch nie gelungen bis an die Spitze des Capo zu kommen, weder mit fahrbarem Untersatz, noch zu Fuß. Das wird aber noch nachgeholt.

Gut die Hälfte der Panoramastraße liegt schon hinter uns und sie schlängelt sich weiter entlang der Küste, vorbei an kleinen Badebuchten und Parkbuchten mit schönen Ausblicken. Ein einsam gelegenes Hotel liegt mitten im Nirgendwo, aber wenn man seine Ruhe haben  und nur aufs Meer blicken will , ist es sicher geeignet. Kurz vor Ende sieht man ein weiteres , eigenartig gebautes Hotel , das im Prinzip die Gegend verschandelt und irgendwie einen verlassenen Eindruck macht. In Betrieb habe ich es noch nie gesehen und will das eigentlich auch nicht. Vielleicht geht es in den nächsten Jahren den Weg alles Irdischen und verschwindet wieder, bis dahin ignorieren wir einfach für ein paar Sekunden den Anblick, bis wir hinter der nächsten Kurve sind.

Dann erreichen wir Porto Teulada und da ist Schluss mit der Panoramstraße. Weiter geht es nicht, da von hier aus sich ein militärisches Sperrgebiet anschließt und uns zwingt landeinwärts zu fahren.  Es sei denn  man fährt um den Hafen herum, am Campingplatz vorbei zum Strand Tramatzu. Dort lässt sich mit allem Komfort nochmal trefflich baden

Aber eigentlich reicht es jetzt auch mit herrlichen Meeraussichten und die Sonne kann im Westen nun getrost untergehen.

 

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