Sa Crabarissa – die versteinerte Legende

Fährt man in nördlicher Richtung auf einer kleinen Landstraße  aus Austis hinaus, kommt man auf eine Hochfläche , von deren Abbruchkante man dann einen schönen Ausblick auf den Lago Omodeo und die umgebende Landschaft hat.

 

Hier oben kann man schöne Wanderungen machen, besonders im Frühling, wenn alles blüht und ein wunderbarer Duft in der Luft liegt. Folgt man den braunen Holzschildchen mit der Aufschrift “ sa Crabarissa“ gelangt man schließlich an einen Parkplatz und geht zu Fuß weiter.

Schon von unterwegs sieht man den etwa 50m hohen Granitblock, der von Wind und Wasser seine Form erhielt und mit Phantasie eine Frau in sardischer Tracht darstellt.

Wir stellten das Auto am letzten Parkplatz ab und machten uns auf den kurzen Weg durch die blühende Landschaft in Richtung des markanten Felsens, der uns zugleich den Weg wies. Es ist schon so, je näher man kommt, desto mehr verliert man den Gesamteindruck, wird dafür aber mit einem tollen Ausblick ins Tal des Lago Omodeos belohnt, der, aufgrund der hohen Niederschläge in diesem Frühjahrs, wohlgefüllt und silbrig glänzend vor uns lag.

 

Nun kann es ja nicht sein, dass ein solches Naturdenkmal ohne eine dazu passende Erzählung in der Natur steht. Diese Geschichte will ich euch noch erzählen, denn sie gibt den passenden Rahmen und Namen rund um den Stein ab.

Sa Crabarissa, die die aus Cabras kommt, sagt schon der Name. Vor langer Zeit, als die Schäfer noch mit ihren Tieren auf Wanderschaft gingen, trug es sich zu, dass ein Hirte aus der Gegend um Austis sich in der Winterzeit auf die transumanza mit seinen Herden bergab in Richtung der Ebene um Oristano. Dort in der Gegend um Cabras lernte er ein junges Mädchen kennen und die beiden verliebten sich ineinander. Natürlich hat der Hirte seiner Angebeteten die Ehe versprochen. Am Ende des Winters kehrte der Hirte wieder in seine Heimatregion in den Bergen zurück und versprach wiederzukommen, um seine Braut zu holen.

Man kann jetzt schon erahnen, wie die Geschichte weitergeht. Das Mädchen wartete und wartete, aber der Hirte kam nicht. In ihrer Verzweiflung machte sie sich schließlich auf in Richtung Austis, in der Hoffnung ihren Geliebten zu finden. Den fand sie dann auch, allerdings längst verheiratet mit einer Schönen aus seinem Heimatort.

Auf ihrem Rückweg nun versteinerte sie aus Schmerz und Trauer genau an der Stelle, an der wir heute den Stein sehen, diese Frau mit der traditionellen Kopfbedeckung, die in Richtung Cabras schaut.

Man sagt, dass die Erzählung heute noch als Beispiel und Warnung an die jungen Menschen dient, nicht mit den Gefühlen anderer zu spielen.

Rund um diesen Stein gibt es einige ausgewiesene Wanderstrecken und außer der Crabarissa auch noch andere interessante Steinformationen und immer wieder den herrlichen Ausblick.

Am 22.9./23.9. 2018 findet der Autunno in Barbagia in Austis statt. Bei dieser Gelegenheit könnte man dann auch einen  Ausflug zur Sa Crabarissa machen, vor allem, wenn man sich vorher den Bauch mit den angebotenen Köstlichkeiten gefüllt hat.

Garmin GPS Daten vom Parkplatz: N40° 05.536′ E9° 02.207′

 

Anbei ein Link zum Fest in diesem Jahr: https://sardegnainblog.it/13818/autunno-in-barbagia-austis/

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