Minikreuzfahrt am Golf von Orosei

Gleich vorneweg, die Bezeichnung Minicrociere Golfo di Orosei stammt nicht von mir, sondern so wird dieser Bootsausflug von den Agenturen in Cala Gonone, Santa Maria Navarrese oder Arbatax beworben, je nachdem ob man sich am nördlichen oder südlichen Zipfel des Golfes befindet.

Der Golfo di Orosei ist an sich ein wunderschöner Steilküstenabschnitt beginnend an der Cala Osalla bei Orosei und nach etwas 60 Kilometern endend in Santa Maria Navarrese. Das Kernstück aber beginnt für mich an der Cala Fuili, ein paar Kilometer südlich von Cala Gonone und endet an der markanten Felsnadel Pedra Longa ,etwa fünf Kilometer nördlich von Santa Maria Navarrese.

Dazwischen liegen wunderschöne Buchten wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Die Cala di Luna, die Cala Sisine, die Cala Mariolu, die Cala Biriola und natürlich die weithin bekannte Cala Goloritzė .

Wir haben davon allerdings nur einen sehr kleinen Ausschnitt gesehen. Es war unser letzter Urlaubstag im vergangenen Oktober und nach tagelangem etwas sehr unbeständigen Wetters war dieser Tag wieder mit Sonnenschein und strahlend blauem Himmel angebrochen. Also muss noch ein Ausflug gemacht werden. zuerst gingen wir die Nuraghe Mannu erkunden oberhalb von Cala Gonone. Darüber erzähle ich ein andermal.

Es war dann schon um die Mittagszeit als wir beschlossen, den Versuch zu starten vom Hafen Cala Gonone aus noch eine Minibootstour entlang der Küste zu machen, um wenigstens mal ansatzweise diese Ecke anzuschauen, die doch so viel beschworen und auch bereist wird.

Jedes Jahr mehren sich die Ausflugsboote, von großen Schiffen, die bis zu 300 Leute aufnehmen und im Prinzip Linie fahren, bis hin zum Schlauchboot, in dem sich ein Minikapitän und vier Insassen auf den Weg machen. Das Angebot ist in der Hochsaison überaus vielseitig und für jeden Geschmack, für ganztägige Bader ebenso wie für Wanderer, die sich ein Stück transportieren lassen wollen. Geführte Touren mit Eintritt in die Grotte Bue Marino ebenso wie Spaßfahrten und Buchtenabklappern , inklusive Mittagessen. Da muss jeder sich informieren, wie er / sie es gerne haben möchte.

In Cala Gonone gibt es das Nuovo Consorzio Trasporti Marittimi, ich denke, der größte Anbieter, wo man sich vor Ort oder im Internet kundig machen kann. Weiter stehen im Hafen von Cala Gonone zig Holzhäuschen, die ebenso ganztägige Ausflüge anbieten oder eben die Gommone zum Selberfahren.

Zurück zu unserem Vorhaben. Wir hatten Glück und konnten unsere Variante starten, die darin bestand mit dem großen Schiff bis zur Cala Luna zu fahren und dann gleich wieder zurück, Dauer so etwa eine Stunde. Damit konnten wir mal kurz diesen Steilküstenabschnitt antesten. Ich weiß schon, dass das nur ein Miniausschnitt ist und die noch schöneren Buchten südlicher zu finden sind, aber egal, als Urlaubsschlusspunkt war es genau richtig.

Die Grotta di bue marino konnte wegen des Wellengangs, immerhin 1,60m nicht angefahren werden. Diese will ich auf jeden Fall noch einmal besichtigen. Sie ist auch auf dem Landweg relativ einfach erreichbar.

Wir konnten halt nur die zwei wunderschönen Bögen aus der Ferne sehen, verbunden mit dem tiefblauen Wasser. Die Grotte hat ihren Namen von den Mönchsrobben, die hier früher gelebt und sich gut vermehrt haben. Am Ende der Grotte gibt es einen Wasserfall, dort wo das Süßwasser aus den Bergen praktisch aufs Meerwasser trifft. Schade, dass wir nicht hineinkonnten, aber das nächste Mal sicherlich.

 

Danach ging es weiter Richtung Cala Luna, vorbei an der mit zahlreichen Grotten bestückten  Küstenlinie und den tief eingeschnittenen Tälern, den Codule.

Der Wellengang war schon für mich herausfordernd. In einem Gommone werde ich das auch bei ruhiger See sicher nicht machen und ich hätte nie gedacht, dass 1,60 m hohe Wellen so ein Auf und Ab produzieren.

Dann legten wir an der Cala Luna an und ich war dankbar für die kurze Pause. Es waren nur noch wenig Leute unterwegs.

Zu Hochsaisonzeiten will ich da , glaube ich, nicht sein. Ein schöner Strand, dahinter das Tal  und natürlich das bekannte Postkartenmotiv, das aus dem Felsbogen heraus auf das Meer fotografiert wurde und so oft sehr romantisch daherkommt.

 

Wir haben ein paar Strandlieger und Wanderer aufgenommen

und gleich ging es zügig zurück nach Cala Gonone, wo ich mit unsicherem Schritt und bar meiner erworbenen Urlaubsbräune, aber sehr zufrieden von Bord ging.

Wir werden sicher den Rest des Golfes auch noch befahren oder bewandern und dann kann ich sicher noch mehr berichten. Für einen ersten Eindruck aber war diese Minikreuzfahrt genau richtig.

https://www.calagononecrociere.it

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.