Das Bergwerk von Montevecchio

Nach der Besichtigung der Brauerei wollten wir zur Costa Verde weiterfahren. Beim Hochfahren der SP66 in Richtung Montevecchio  sah ich eine kleine Einfahrt, die zu einem Gittertor führte, aber trotzdem einen guten Standpunkt für ein Foto der Bergwerkanlage bot. Als ich vor dem Tor stand , bogen prompt weitere Autos in die Einfahrt ein.

Ich dachte wieder, typisch, den ganzen Tag fährt hier kein Auto, außer wir machen Bilder. Aus dem ersten Fahrzeug stieg eine junge Dame aus und machte das Tor auf. Meine Frau hat gleich nachgefragt, ob es da eine Führung auf dem Bergwerksgelände gäbe und wir mitkommen könnten.

So haben wir die Fahrt zur Costa Verde ein zweites Mal unterbrochen und sind zur Besichtigung der Gebäude mitgefahren.

Zunächst gingen wir in das Museum, hier wird die Bergbaugeschichte  dieser Minen erklärt

und mit Werkzeugen, Bücher, Messgeräte und vielen anderen Utensilien plastisch dargestellt.

Was wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten war, dass sich auf diesem Bergbaugelände nicht nur eine Minengesellschaft befand, sondern mehrere konkurrierende Gesellschaften.

Abgebaut wurden hauptsächlich Blei und Zink.

Weiter ging es in ein Haus, in dem die Minenarbeiter im ersten Stock untergebracht waren.

Im Erdgeschoß waren die Stallungen der Tiere, die in den Stollen die schweren Karren ziehen mussten.

Im nächsten Gebäude war die Instandhaltung der Maschinen untergebracht, hier wurden die Maschinen wieder instand gesetzt oder für ihre Bedürfnisse umgebaut.

Es stehen auch noch einige sehr alte Maschinen in der Instandhaltung, dies ist für Techniker ein Blick in die Vergangenheit.

Wir gingen weiter zur Gießerei, hinter der der Förderturm Pozzo Sartori  aufragt  als weithin sichtbares  Wahrzeichen dieser Minen.

Beim Betreten der Giesserei sticht gleich der Hochofen hervor, wie überall in den Hallen hängen auch hier übergroße Leinwände, die die Werkstätten zur damaligen Zeit zeigen.

So kann man sich die Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze sehr gut vorstellen und kommt zu dem Schluss, dass dies wohl alles kein Honigschlecken war.

Eine weitere Halle mit Maschinen, meist Drehbänken in verschiedenen Grössen, aber auch Stoßmaschinen, Fräsmaschinen und Bohrmaschinen sieht man in der  nächsten Halle.

Wir trafen uns alle wieder an den Fahrzeuge und fuhren in Kolonne ein kleines Stück weiter, vorbei an der Erzwaschanlage zur wohl erfolgreichsten Mine auf diesem Gelände.

Rechts in diesen Turmgebäude ist der Förderturm, im linken Gebäude ist der Motor mit der Steuerung für den Aufzug untergebracht.

Hier sieht man die beiden Aufzugskabinen.  Mein Bekannter vom Aufzugs-TÜV würde jetzt den Einwand bringen, dass es nicht sein kann, dass beide Kabinen oben stehen. Stimmt Franz, aber hier ist es halt so.

Schön sind die Seile vom Förderturm zum gegenüberliegenden Maschinenraum zu sehen.

Das ist der Motor, das Getriebe und der Seilantrieb von diesem Schachtaufzug.

Hinter dem Maschinenraum gibt es noch zwei weitere Räume, in dem ersten ist die Wasserversorgung zu sehen und im zweiten Raum steht noch ein alter Druckluftkompressor.

Neben dem Maschinenhaus ist noch ein weiteres großes Gebäude, vor diesem stehen noch verrostete Loren auf den Gleisen.

Nun nach circa 1,5 Stunden war die Führung durch das Bergwerk zu Ende. Es war wirklich wieder eine sehr schöne Erfahrung über die Geschichte des Bergbaus in Sardinien.

Da wir uns in die Führung nur so reingemogelt haben, hatten wir auch nicht die komplette Führung mitgemacht. Man kann sich sowieso auch nur Teilbereiche aussuchen. Der Preis richtet sich nach Anzahl der Teilführungen.

Für meine Frau war natürlich der Palazzo der Minenbesitzer viel wichtiger und schöner. Den hatten wir allerdings schon vor Jahren einmal besichtigt und wir würden empfehlen, ihn auf jeden Fall mit einzubeziehen.

So, jetzt geht es weiter zur Costa Verde, wenn nicht wieder etwas dazwischenfunkt. Aber gerade das macht ja den Reiz des Reisens und Schauens aus.

 

Ein weiterer Link :

Das aufgelassene Bergwerk von Montevecchio

Birrificio 4 Mori, eine kleine Brauerei

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